Risiken einer Kinderwunsch-Behandlung
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Keine erfolgreiche Behandlung ist ohne Risiken - so ist es auch mit der Kinderwunschbehandlung. Die Risiken ergeben sich im Wesentlichen aus der Hormonstimulation und deren Folgen.
Für eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung ist in der Regel eine Hormonstimulation notwendig. Diese führt zu einem Follikelwachstum und kann in seltenen Fällen zu einer Überstimulation führen. Eine Überstimulation geht einher mit vergrößerten Eierstöcken, Flüssigkeitsbildung im Bauch und mit mehr oder weniger ausgeprägten Unterbauchbeschwerden. In seltenen Fällen kann es auch zu Luftnot oder zu einer Thrombose kommen. Eine Überstimulation ist im Bereich der konventionellen Sterilitätstherapie (reine Hormonstimulationen oder Samenübertragungen) sehr selten. Am häufigsten tritt sie bei der Stimulation zur In-vitro-Fertilisation (IVF) oder zur Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) auf. Sollte eine Überstimulation bei Ihnen auftreten, so sollte immer ein Gynäkologe zur Begutachtung hinzugezogen werden.
Ein weiteres Risiko der Behandlung ist die Entstehung einer Mehrlingsschwangerschaft. Eine höhergradige Mehrlingsschwangerschaft (Drillinge oder höhergradig) ist sehr selten und tritt nach konventioneller Kinderwunschbehandlung in <1% aller Fälle auf. Nach In-vitro-Fertilisation (IVF) ist dies in den letzten Jahren ebenfalls seltener geworden, da bei Frauen unter 40 Jahren in der Regel nur noch 1-2 Embryonen transferiert werden. Bei Frauen über 40 Jahren ist die individuelle Wahrscheinlichkeit, dass sich alle der maximal eingesetzten 3 Embryonen einnisten, noch unwahrscheinlicher, so dass man hier öfter auch 3 Embryonen transferieren kann. Eine ausgetragene Drillingsschwangerschaft bei einer Frau über 40 ist im Fertility Center Berlin in den letzten 7 Jahren nicht mehr vorgekommen.
Weitere Risiken wie z. B. die Bildung von Abszessen oder die Entstehung von Blutungen nach Eingriffen wie der vaginalen Follikelpunktion sind sehr selten und treten in einer Häufigkeit von etwa 1:500 auf.
Bei Kindern, die nach der ICSI-Methode geboren werden, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbildung bei 9%. Die Deutsche ICSI-Follow-up-Studie verglich 2800 Kinder, die nach ICSI geboren wurden, mit 2800 spontan gezeugten Kindern. Hierbei lag bei der ICSI-Gruppe die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlbildung bei 9%, in der spontan gezeugten Gruppe lag die Wahrscheinlichkeit bei 7,2%. Somit ist von einem leicht erhöhten Risiko für das Auftreten einer Fehlbildung nach ICSI auszugehen. Wir denken jedoch, dass dieses Risiko nur sehr begrenzt erhöht ist und keine Kontraindikation gegen eine Kinderwunschbehandlung darstellt.
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